Home  |  Impressum  |  Datenschutz  |  Sitemap
zurück     Drucken     per Mail versenden          

Nicaragua

Nicaragua ist mit 130.000 km2 flächenmässig das grösste Land Mittelamerikas. Zum Vergleich: so gross sind etwa die neuen deutschen Bundesländer zusammen.

Nicaragua hat 4,3 Millionen Einwohner, von denen 820.000 in der Hauptstadt Managua leben. Die Bevölkerung besteht zu 70 % aus Mestizen, 17 % Weissen, 9 % Kreolen, 4 % Indianern, von denen etwa 70.000 bis 80.000 dem Volk der Miskito angehören, dem grössten noch lebenden Indianervolk der Welt, das in der Ebene an der Ostküste wohnt.

Soziale Situation: Rang 129 von 187 des HDI-Index (2011).

 

 

Nach dem Befreiungskampf gegen die Somoza-Diktatur regierte von 1979 bis 1990 die sandinistische Befreiungsfront in Nicaragua, die versuchte, das Land aus der Umklammerung der USA zu lösen und einen eigenen, sozialistischen Weg zu gehen. In demokratischen Wahlen wurden die Sandinisten im Februar 1990 abgelöst. Das Land wird seitdem von neoliberalen und konservativen Regierungen geleitet (V. Chamorro, A. Aleman). Die Hoffnungen auf Stabilität und wirtschaftlichen Aufschwung haben sich nicht erfüllt, Hilfszusagen wurden nicht eingehalten. Die Kluft zwischen den wenigen Reichen und der grossen Mehrheit der Armen vergrössert sich.

 

 

Die wichtigsten Produkte, die Nicaragua ausführt, sind Kaffee, Bananen, Baumwolle, Mais, Reis, Hirse. Nicaragua hat wenig Industrie, aber viel Landwirtschaft. Die Auslandsschulden des Landes belaufen sich auf über 6 Milliarden US-Dollar.

Besonders arm ist die Ostküste des Landes, wo die Miskito-, Sumu- und Rama-Indianer sowie Kreolen zu Hause sind. Dort beträgt die Arbeitslosigkeit zwischen 60 und 90 %, während sie im Westen bei etwa 40 % liegt. Die Ostküste wurde von bisher allen Regierungen vernachlässigt.

Christliche Kirchen in Nicaragua

Die dominierende kirchliche Kraft in Nicaragua ist die katholische Kirche, der offiziell über 80 % der Bevölkerung angehören (aber nur 15 % an der Ostküste). Managua ist Sitz eines Kardinals. Während der sandinistischen Regierung kam es zu grossen Spannungen innerhalb der katholischen Kirche, weil die Amtskirche die sandinistische Regierung offen bekämpfte, während sich sogenannte "Basisgemeinden" begeistert zu den Sandinisten bekannten und von ihnen auch unterstützt wurden. In den vergangenen Jahren wanderten katholische Christen scharenweise zu den Pfingstgemeinden ab.

Verband der evangelischen Kirchen in NicaraguaIm Dachverband CEPAD sind mehr als 40 protestantische Kirchen und Gruppierungen zusammengeschlossen. Er wurde nach dem verheerenden Erdbeben von 1982 (ca. 25.000 Tote) gegründet, um die Spendengelder verteilen zu können. Heute ist CEPAD eine Art ökumenisches diakonisches Werk mit Sitz in Managua.

(Zusammenstellung: Hans-Beat Motel, Herrnhuter Mission)